Sage

Wie wäre es mit einer kleinen Geschichte vom Riesen und seiner Rippe.

Da man nie weiß wie lange solche Geschichten währen,

halten wir unsere Bierstube für Sie

täglich ab 12:00 Uhr geöffnet .

Vor langen , langen Zeiten lebten Riesen in der Mark Brandenburg . Doch die Menschen wurden immer zahlreicher . Sie bebauten das Land und gründeten Städte , unter anderen Berlin und Cölln .
Den Riesen wurde es ungemütlich und sie wanderten aus . Zuletzt lebte nur noch ein einziger Riese (sein Name war Robert) in einer Höhle in den Müggelbergen. Er fühlte sich sehr allein und hätte gerne geheiratet , aber weit und breit war kein Riesen-Mädchen mehr zu finden. Da dachte er denn in seinem Sinn :

Die Größe macht es nicht!

und raubte kurzerhand eine junge Berlinerin. Die war natürlich gar nicht begeistert, mit dem Riesen in einer Höhle zu hausen. Außerdem war sie mit einem Schmiedegesellen verlobt. Aber eine Berlinerin weiß sich in allen Lebenslagen zu behaupten – heute wie früher -, und so redete sie dem Riesen ein, sie wäre glücklich, seine Frau zu werden. Der dumme Riese glaubte das und vertraute ihr bald voll und ganz. Sie aber hatte es fertiggebracht, mit ihrem Bräutigam in Verbindung zu bleiben, und als eines Tages der Riese mit dem Kopf in ihrem Schoß tief und fest schlief, gab sie ein Zeichen. Der Schmiedegeselle und seine Kammeraden zogen mit Hämmern und Eisenstangen bewaffnet in die Müggelberge und schlugen vereint den schlafenden Riesen tot.

Seitdem gibt es keine Riesen mehr in dieser Gegend . Und zum Zeichen , daß die Geschichte der Wahrheit entsprach , hingen am Haus Molkenmarkt Nr. 13

Schulterblatt und Rippe des toten Riesen

Die Sage von der Rippe wurde zum erstenmal 1831 gedruckt mitgeteilt in

Sagen und Miscellen aus Berlins Vorzeit“

von Alexander Cosmar , einem Sammler Berliner Volkssagen.